TOURTAGEBUCH - TRANS GENDER ROCKS VOL. 2

26.12.02 Berlin "Wild At Heart"
Auch dieses Jahr fing die Trans Gender Rocks Tour wieder in unserer Lieblingspizzeria dem Il Casolare an und wir haben geschlemmt und geschlemmt bis wir nicht mehr konnten und rollten dann gen "Wild At Heart". Das Konzert - machen wir´s kurz und schmerzlos - kann mit ca. 3 Worten umrissen werden: 2. Weihnachtsfeiertag - Blitzeis - Anlage fällt aus.

Was den 2. Weihnachtsfeiertag angeht haben wir gelernt, daß man an Tagen, an denen man in Berlin problemlos Parkplätze findet keine Konzerte veranstalten sollte (es waren wohl alle über Weihnachten zu Mutti nach hause gefahren).

Das Blitzeis hat dann den Rest erledigt, so daß sich nur knapp 100 Leute ins Wild At Heart gewagt haben (selbst die Gästeliste war nicht vollzählig erschienen).

Anlage fällt aus - obwohl unsere Tontechnikerin Wiebke nicht ans Pult durfte um die Anlage vor Mißbrauch zu schützen, schützte diese sich selbst und schaltete sich einfach ab. Während wir spielten natürlich. An dieser Stelle sein all den Leuten gedankt, die sich bei der instrumental Version von "Unkind" als textsicher erwiesen und laut genug waren um das Fehlen einer PA vergessen zu lassen.

Trotzdem war das Konzert an sich sehr schön. Vielleicht weil ihr endlich mal ein bischen Platz hattet im "Wild At Heart" und wir uns nicht alle totschwitzen mußten wie sonst. Eine befremdliche Randgeschichte war dieses hübsche Mädchen das mit den Worten "Du bist doch Bassist? Und deine Band heißt She-Male Trouble? Ihr habt doch diese Cover-Version von Venus? Die ist super ...." im Wild At Heart auf mich zu kam. Denn 20 Minuten später winkte sie mich nochmal ran und fragte, ob wir hier heute auch spielen würden - hhm .... seltsam ....


27.12.02 Salzwedel "Sonder-Bar"
Ganz offensichtlich ist das hier eine Beatsteaks-Hochburg! Ja, wir lieben die Jungs auch, aber seit gestern mögen wir sie erst mal nicht mehr hören (jede ihre Platten lief mindestens 4 Mal und sonst lief nichts). Sonst bleibt zu sagen: ein riesen Dank an die Crew und vor allem an Mary, die jeden hoch- und/oder niederprozentigen Wunsch von unseren Augen abzulesen vermochte. Und zur Krönung gab´s für jeden einzelnen einen Shuttle-Service ins Hotel (man kann ja beim besten Willen nicht mit 18 Frau/Mann gleichzeitig so betrunken sein, daß man jetzt sofort ins Bett muß). Das Hotel war übrigens so bequem, daß wir Mr.-Crime-Kaisers-Pierre-Legere dort bereits schlafend im Korridor vorfanden. "Aber ich bin doch in meinem Bett" waren seine letzten Worte .... ach ja: Nachtrag! Wenn ihr irgendwann ein Mädchen aus Salzwedel trefft das euch davon überzeugen will nie wieder ein She-Male Trouble Konzert zu besuchen dann .... sie wollte unser Essen aufessen und da sind wir eigen! Und das Konzert? Allet juut! Aber die heimlichen Gewinner des Abends hießen wohl "Sex Museum". Aber es war ein Pyrrus-Sieg!


28.12.02 Kiel "Die Pumpe"
Nehmen wir so viel vorweg: es geht wieder! Carola hat beim Soundcheck schon wieder "Soothe Me" angestimmt ... (und wir haben die Beatsteaks auch wieder lieb) ... ja, Kiel ... schöner Laden diese Pumpe ... und Kiel soll ja rocken. Immerhin kommen hier so ´ne Bands wie "Smoke Blow" her und letztes Jahr war´s auch wunderbar. Aber erst mal kommt hier gar niemand - oder nur 10! Der Kieler macht´s wohl gerne spannend? Wir haben Zeit! Wir werden ja sehen wer´s länger aushält. Der Kieler kommt dann doch und wir haben gewonnen. Dafür gibt´s noch ´nen Teller Nudeln mit Soße extra! Aber für die Nummer rocken wir sie tot! War ein schönes Konzert.


29.12.02 eigentlich Hamburg aber dann doch nicht
Nachdem Hamburg ausgefallen war und wir mit Carola noch zur Nachuntersuchung in Berliner Krankenhaus unserer Wahl mußten (ja, wir haben mal wieder die Pest an Bord), fuhren wir alle nochmal nach Berlin und haben uns ´nen schönen deutsch-spanischen-Völkerverständigungsabend gemacht. Mit großem Essen - ein Dank an Sonja und Tanja an dieser Stelle - und anschließendem Kickerturnier im Wiener Blut. Real Madrid war gut drauf heute Abend, aber Berlin hat sich wacker geschlagen und es gab trotz der Niederlage keinerlei Ausschreitungen. War ja nur ein Freundschaftsspiel und André der alte Hertha-Frosch hatte sich ja ´ne Auszeit vor´m Fernseher gegönnt.


30.12.02 Hildesheim
Es schneit! Na toll.

Carola ist heute bei der Zugabe ihn Ohnmacht gefallen. Sie liegt noch im Krankenhaus und die Ärzte wissen noch nicht was es ist. Die Tour ist abgebrochen und soll neu angesetzt werden, wenn Carola wieder auf den Beinen ist. Und das ist alles was jetzt zählt.

 

DER ZWEITE VERSUCH:

15.05.03 Jena
WIR SIND WIEDER UNTERWEGS! Über 5 Monate mussten wir She-Males warten um wieder die heiligen Bühnenbretter betreten zu dürfen. Schöne Sache! Es hat natürlich wieder 100 Jahre gedauert bis wir aus Berlin raus kamen. Selbst die Spanier haben es schneller nach Jena geschafft als wir. Ja, so sind wir! Da sind wir wieder einmal in Jena - der Stadt der geschliffenen Gläser. Als herausragende Jenaer Eigenschaften sind die Nettigkeit der Kassablanca-Crew, die Qualität des Essens sowie das Entertainment auf der Backstage Toilette zu nennen. In letzterer befindet sich nämlich ein Toilettenpapierhalter mit eingebautem Radio! Respekt. Da der gemeiner Jenaer Zuschauer spät kommt fängt das Konzert erst spät an und er (der gemeine Jenaer Zuschauer) kam dann doch nicht. Sprich: Publikum gab´s wenig, Applaus gab´s trotzdem viel und Spaß hat´s auf jeden Fall auch gemacht. Die Gage gab´s dann stilecht in einer original DDR-Lohntüte.


16.05.03 Berlin
16:00 Essen im Il Casolare - aufpassen! Nicht zu viel essen! Bloß nicht den kulinarischen Verlockungen komplett erliegen und auf die Bühne gerollt werden müssen. Soundcheck: juhu - das Tommy Haus hat ein neues Pult! Aber leider war es kaputt ... und das Lichtpult auch ... und alles brummt ... also der Abend stand technisch unter einem schlechten Stern. Und an Konkurrenz in Sachen Rock´n´Roll hat die Stadt selten mehr zu bieten. Was soll´s. Und wenn´s schief geht können wir uns immernoch in der Linie 1 bei der Schlagerparade tot trinken. Aber die post-jenaische Angst war umsonst: der gemeine Berliner kam und unsere Freunde auch und es war geil! Carola musst sogar für die anjetüddelte Frau Schmidt eine Elvis-Nummer vortragen (was eigentlich nicht in unser Repertoire gehört). So, kann´s weiter gehen. Hoffentlich ist Ali juut mit seinem kleinen Fahrrad nach hause gekommen. Fury kennt ja den Weg!


17.05.03 Dresden
Groovestation - sagenumwobene Location in Sachen Rock´n´Roll! Und mit angegliederter Kicker- und Billardbude (wovon uns letzteres reichlich wenig juckt). Also werden erst mal die Verhältnisse zwischen den roten Teufeln und den Berliner Jungs geklärt. Ich würde sagen der Betze ist dann letztendlich doch abgebrannt. Ein Blick auf Wiebkes Stirn warnt mich: dasselbe Runzeln wie gestern im Tommyhaus. Das kleine Pult steht nämlich auf der Bühne, so dass unsere Technikerin Wiebke heute Teil der Show werden wird. Als der Veranstalter eintrifft hat er auch gleich einen erklärenden Spruch auf Tasche. Und da zeigt sich seine ganze Raffinesse; denn normalerweise wird man in Situationen wie dieser immer mit "Das ging bisher immer" und "Bei Guano Apes ging´s auch" abgespeist wobei lediglich der Name "Guano Apes" beliebig varieren kann. Aber Uli überrascht uns mit einem "Das ist hier nicht die Columbiahalle" - Treffer versenkt! In den nächsten Tage wird hier an dieser Stelle das kleine Tontechnikerinnentourtagebuch integriert werden: Wiebkes Meckerkasten! Und das wo Uli uns schon vorgewarnt hatte, dass der örtliche Technikerin Angst vor Carola hat. Angeblich soll sie "stressig" sein können. Na der soll sie mal erleben wenn sie richtig in Fahrt ist! Schön jerockt, Bier getrunken und ab nach hause. Die Dresdner Neustadt ist ja echt ein angenehmes Viertelchen. Und unser kleines Hostel mit dem malerischen Namen "Mondlicht" ist durchaus empfehlenswert. Unwerwarteterweise trafen wir dort beim Frühstück Heiko aus Hildesheim welcher unseren dramatischen Tourabbruch im Dezember als Veranstalter erleben durfte.


18.05.03 Regensburg
Unsere Vorfreude auf einen feuchtfröhlichen Rockenroll Abend mit den "Use To Abuse" Jungs wurde erst mal durch dieses Stirnrunzeln auf Wiebkes Strin getrübt. Pult auf der Bühne - 103 db Begrenzung (das ist ungefähr dann erreicht wenn Nico sein Schlagzeug auch nur unvorsichtig ansieht) - zu wenig Mikrophone & Stative .... her je! O.k. die machen das noch nicht so lange - wir üben Nachsicht und kümmern uns mal wieder um uns selber. Aber wenigstens gehen sie denn fahrlässig gastfreundlich mit dem Schnaps um und als "Sex Museum" welche heute den Abend eröffneten in der Mitte ihres Sets angelangten, gelangte ich bereits beim dritten Jägermeister an. Aufpassen! Also, Bayern gerockt, mehr Bier, mehr Schnaps und dann eine kleine Tortenschlacht anlässlich Martas Geburtstag. Wir sollten es spätestens am nächsten Morgen bereuen, denn so ´ne Torte klebt gerne überall am Equipment.


19.05.03 Prag
Open Air Konzerte und sintflutartiger Regen passen schlecht zusammen. Die "Crime Kaisers" glänzten durch unglaubliche Ansagen, die die heimischen Fussballfans provozierten und die Sprachbarriere schamlos ausnutzten. "Sex Museum" rockten in den Regen bis die Bühne unter Wasser stand und "She-Male Trouble" drückten sich wieder mal vor der Arbeit, weil wegen schlechten Wetters. Dann haben wir wenigstens noch ein paar Platten verschenkt. Ein prima Abend! Welch schwacher Trost dass es "Bummer" und "Furillo" 100 km weiter in Pilsen ebenso erging (Konzertabbruch). Gut zu wissen, dass die Arena in Wien ein Dach hat.


20.05.03 Wien
Arena Wien (eigentlich machen wir ja nur Musik um irgendwann mal auf der Open Air Bühne der Arena spielen zu dürfen - danach lösen wir uns auf). Nette Leute, gutes Essen ... und wir waren ja erst letzten Oktober mit "Dover" hier und es war der Hammer. Und heute sind auch noch die "Buzzcocks" mit von der Partie - Yes! Wenn das nix wird. Zur Begrüßung heißt es dann aber wieder "neulich bei "Slackers" kamen auch nur die Hälfte wie sonst" (hatten wir das nicht erst in Prag gehört?). Na dann eben nicht. "Buzzcocks" anderer Backstage, schön mit Champangner und trotz schlechtem Vorkauf muss dit janze in der großen Halle statt finden. Großes Tennis! Schlecht war´s nicht, aber den guten Eindruck vom letzten Oktober konnte die Arena nicht halten (oder wir nicht).


21.05.03 Bregenz
Von wegen Formtief - wir haben gerockt. Carola war in Geberlaune und schenkte jedem einzelnen Zuschauer mindestens zwei Songs während die"Crime Kaisers" das Publikum mit Kräuterschnaps versorgten. Der Luxus des backstageeigenen Kickers führte beim Duell Madrider Backenbärte gegen die Pfälzer Hausmacher leider zum Einsatz des Sanitäters. Die Rhythmusgruppe der "Crime Kaisers" geht zum Rückspiel in Bad Salzungen geschwächt ins Feld. Im Hotel gibt´s noch Brakedance und Stagediving und Nico hat dank des örtlichen Jägermeister-Plagiats Steh- und Sitzprobleme. Die Duschen sind kalt und die Heizungen aus. Scheint hier so ´ne Marotte zu sein, denn letztes Jahr im Januar war Andrés Hotelzimmer so kalt, daß seine Zahnpasta in der Tube eingefroren war. Carola lief zum Frühstück in guter Form auf ("jetzt kommen gleich 18 Leute mit schlechter Laune ..." begann ihre Schimpftirade gegen Besitzer und Rezeptionisten). Das hätte der Dresdener Tontechniker mal sehen sollen!


22.05.03 Bad Salzungen
Hübsch grün und hügelig die Gegend hier, aber scheinbar gibt´s hier mehr Kühe als Musikbegeisterte (zumindest was unsere Musik angeht). Für den Fall, daß jemand Probleme hat, zum Venue zu finden, macht Ramon (Techniker v. "Sex Museum") deren Auftakt eben noch ein bischen lauter. Fragwürdige Methode. Die "Crime Kaisers" mußten verletzungsbedingt ihre Sturmstrategie ändern und schicken ihren stärksten Trumpf ins Feld: Mosh, der Mann an der Schweineorgel, zeigt uns wer Shakira den Hüftschwung beigebracht hat. Die Menge tobt - also, wir toben jedenfalls. Als Zugabe unterstützt er später Carola bei "Venus" und nimmt an ihrer Stelle die Spitze der Pyramide ein. Unserer Diva die Show gestohlen? Nee, dit schafft kein Kerl mit Schnauzbart - Hüftschwung hin oder her.


23.05.03 Schweinfurt
o.k. - sagen wir einfach Schweinfurt hat nie statt gefunden und es hat auch nicht wieder jemand gesagt "was ´ne gute Band - daß da keiner kommt". Jerockt, betrunken, Bett! Same procedure as every day. Netteer Laden, nette Leute .... wir kommen zurück wenn wir GROSS sind.


24.05.03 Karlsruhe
Home of Crime Kaisers (fast)! Heute wird´s voll! Keine Gegenveranstaltung .............. oder? Und dann kommt Matzi und erzählt vom Uni-Open Air 3 Minuten entfernt mit "Muff Potter" u.a. - Eintritt frei! Ich wette es regnet Katzen und Hunde sobald unser letzter Ton gespielt ist ... wir berichten morgen weiter ....
... ha! Und es regnete doch noch rechtzeitig und die Bude war voll und die Tour bekam dann doch noch den wohl verdienten gelungenen Abschluss. Party bei allen drei Bands. Übermäßiges Posen wird mit autonomem Kopfschütteln quittiert und je später der Abend wird desto absurdere Trunkenheitszustände können auf und vor der Bühne bestaunt werden (wie zum Beispiel der Kollege bei dem ich SIEBEN! gescheiterte Versuche eine Zigarette anzuzünden zählte - Flamme-Fluppe-Abstands-Koordination - sehr schwierig!). Original Pfälzer Weinschorle und Carola kriegt endlich Caipirinha und wir kriegen Vodka der vielleicht blind macht .... so leben also die "Crime Kaisers". Spät ins Bett - früh raus - und original Pfälzer Leberwurst zum Frühstück (die grobe mit der Menschen wie der Schmidt aufgezogen werden) - Abschied - Tränen - und wieder Kilometer fressen - zum Glück ist Berlin näher als Madrid!